XVII. Internationales Festival Abel Carlevaro

Aktivitäten des Festivals (von Eduardo Fernández)

Liebe Freunde,

Seit 2002 leite ich das Gitarrenfestival in Erlbach, offiziell "Internationales Festival Abel Carlevaro Gitarre und Natur" genannt. Mein Lehrer, Abel Carlevaro, gründete das Festival und leitete es 9 Jahre bis zu seinem Tod 2001. Organisator des Festivals ist der 1. Vogtländischer Gitarre-Förderverein. (http://www.gitarreundnatur.de/festival.html)

Erlbach, einige Teilnehmer aus der Gruppe 2007

Im Jahr 2009 wird das Festival vom 19. bis zum 26 Juli stattfinden. Dieser Gitarren-Workshop weist einige Besonderheiten auf: jeder kann daran teilnehmen. Ob Amateur, Musikstudent, Anfänger, jeder ist willkommen. Der Unterricht findet in dem Hotel Haus Schwarzbachtal statt (http://www.haus-schwarzbachtal.de/ gleich ausserhalb von Erlbach, im Vogtland.

Aussicht aus einem Hotelfenster und von der Sonnenterrasse

Das Vogtland ist wegen seiner Schönheit und seiner Geschichte eine einmalige Landschaft, in der Ruhe der Wälder, Seen und Wiesen kann man die nötige Konzentration zur Musik finden. Das Vogtland war, bis zur Weltwirtschaftkrise 1929, eines der bedeutendsten Zentren für die Musikinstrumentenherstellung. Hier leben immer noch vile ausgezeichnete Instrumentenbauer. Das Musikinstrumentenmuseum in Marktneukirchen ist wegen der ausserordentlichen Sammlung an Instrumenten für jeden Besucher ein Muss. Beim Wandern fühlt man sich wie in einem Märchen der Gebrüder Grimm. Die Konzerte finden im Alten Schloss in Erlbach sowie in den Kirchen von Erlbach und Marktneukirchen statt.

Strassenbild aus Erlbach. In dieser Kirche finden die Konzerte statt.

Nach einigem Experimentieren hat sich der Unterricht in der folgenden Form etabliert:

In der Zeit von 9:00 bis 10:30 Uhr vormittags findet eine Lehreinheit zu spezifischen musikalischen Werken statt. Wir arbeiten über die musikalische Analyse und Spieltechnik bis zum Fingersatz. Die letzten 3 Themen warenVilla-Lobos­ 12 Etudes, der J.S.Bach­s Suite BWV 995 und einem Repertoire aus dem 19. Jahrhundert gewidmet. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass die Teilnehmer sich mit solchen Repertoire bereits beschäftigt haben, falls doch, helfen wir dabei, das Erlernte zu verbessern!

Die musikalische Themen des Jahres 2008 waren:

Fernando Sor: Fantasie N° 7, op.30 und die Etude op.29 No.24. Mauro Giuliani: "L'Armonia" aus der "Giulianate", op. 148., und Fragmente aus der"Rossiniane" Dionisio Aguado: Rondo op. 2 No. 2 Luigi Legnani: aus den Caprices op. 36 J.K.Mertz: Bardenklänge (An Malvina, Unruhe, An die Entfernte, Tarantella) Giulio Regondi: Nocturne-Reverie op. 19

Am ersten Kurstag führen wir Gespräche über die Spiel- und Ausdrucktechnik,

dann werden die Besonderheiten der einzelnen Komponisten jeden Tag während der Woche besprochen. Nach der Kaffeepause, von 10:45 bis 12:00 haben die Teilnehmer die Gelegenheit, mit den Team-Assistenten weiterzuarbeiten. Patrick Zeoli (Argentinien, Irland), Janesz Gregoric (Slovenien, österreich), Leon Frijns (Holland-Luxemburg) und René Toriello (Guatemala, Deutschland) haben einen ziemlich unterschiedlichen Hintergrund und versschiedene Schwerpunkte, aber allae hatten intensiven Kontakt mit Abel Carlevaro und seinen Vorstellungen über die Gitarrentechnik. Also wenn Sie mehr über Carlevaros Theorie erfahren möchten, sind Sie hier an der richtigen Stelle! Patrick, der in Argentinien geboren und in Nordirland aufgewachsen ist, lebte mehrere Jahre in Uruguay und studierte dort Gitarre bei Carlevaro und mir. Er bereiste ganz Südamerika und hat interessante Techniken für Gruppenimprovisation entwickelt. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Gitarrist, sondern auch ein versierter Charango-Spieler, ein Instrument das aus Bolivien und Nordargentinien stammt. Janez und Leon studierten bei Carlevaro in Uruguay und kennen nicht nur die Feinheiten dieser Technik, sondern können sie auch unterrichten. René interessiert sich besonders für südamerikanische Musik und orgamisiert während des Kurses die Arbeit in Ensemble. Ausserdem fungiert er als offizieller übersetzer. Darüber hinaus bieten wir die Möglichkeit, sich mit der Alexandertechnik bei Dr. Herbert Steger aus Wien zu befassen.

Eduardo mit Patrick Zeoli, gegenüber dem Hotel, der grosse Unterrichtsraum (2007)

Offizielle Unterrichtsspachen sind Englisch, Deutsch, und Spanisch, aber auch Italienisch, Portugiesisch, Französisch und Niederländisch werden von einigen Lehrern gesprochen. Es ist jedoch wünschenswert, dass die Teilnehmer wenigstens etwas der 3 offiziellen Kurssprachen verstehen, da wir nicht alles zu jeder Zeit übersetzten können. Wir geben uns jedoch Mühe, den Teilnehmern das Wesentliche verständlich zu machen! Nachmittags von 14:00 bis 17:00 Uhr finden die von mir geleiteten Masterklassen mit freiem Repertorium statt. Wenn genügend Interessierte vorhanden sind, können wir ad hoc Ensembles bilden, die dann auf der Party am Freitag spielen. Proben finden nach der Masterklasse statt.

Während der Festivalwoche veranstalten wir 3-4 Konzerte am Abend. Am Freitag Abend findet eine Party/Konzertabend in der sog. "Musikscheune" statt, wo Teilnehmer spielen können. Der Freitagabend soll aber kein "Studentenkonzert" sein, sondern in erster Linie eine Party mit Musik! So sieht die Party in der Musikscheune aus:

Der Aufenthalt in Erlbach bietet eine einmalige Gelegenheit, etwas Neues zu lernen und die Natur zu genießen. Ich habe noch ein besonderes Interesse an diesem Kurs: normalerweise fällt mein Geburtstag in die Zeit des Festivals, und Geschenke sind willkommen.

Eduardo Fernández
Anfahrt: Der nächste Bahnhof befindet sich in Adorf, Vogtland. Informationen zum Fahrplan findn Sie in mehreren Sprachen unter:

http://www.bahn.de/p/view/index.shtml

Die Veranstalter können Sie dort abholen, wenn Sie Ihre Ankunft rechtzeitig mitteilen.