Geschichte des Festivals
Das erste Festival fand 1993 statt. Seither ist es stetig gewachsen und zieht mittlerweile Künstler und Studenten aus über 20Ländern der Welt an. Im Laufe der Jahre wurde das Festival zueiner wichtigen Begegnungsstätte für Gitarrelehrer und -studentenaus Ost- und Westeuropa - kein Wunder, angesichts der außerordentlichenSchönheit der Umgebung und der intensiven Kursarbeit, die dennochvon einer familiären Atmosphäre geprägt ist. Auf Einladungdes 1.Vogtländischen Gitarrevereins wurde Abel Carlevaro (†2001), der weltberühmte Lehrer und Solist aus Uruguay, der Gründungsdirektordes Kurses. Carlevaro wird allgemein als eine der größtenPersönlichkeiten der Gitarre im 20. Jahrhundert anerkannt; seineGedanken zur Technik und Pädagogik des Instruments haben diesich ständig weiterentwickelnden Maßstäbe des Gitarrespielsauf der ganzen Welt entscheidend mitgeprägt. Carlevaros Wirkenin Erlbach gab daher allen Interessierten die Gelegenheit, sich eineganze Woche lang unter seiner persönlichen Anleitung mit seinen Ideen auseinanderzusetzen - eine Arbeit, die für alle Teilnehmer von großem Vorteil war. Viele von ihnen kommen Jahr fürJahr wieder, um ihr musikalisches und gitarristisches Verständnis zu vertiefen.
In der Konzertreihe, die ebenfalls einen Teil des Festivals darstellt, sind im Laufe der Jahre über 50 Künstler aufgetreten.Unter ihnen befinden sich einige der größten neuen Starsder Gitarre: Pavel Steidl, Carlo Marchione, Margarita Escarpa, Aldo Lagrutta und viele andere mehr.

Nach dem Tod von Abel Carlevaro wurde bis 2017 sein ehemaliger Schüler, der weltbekannte Gitarrist Eduardo Fernández, sein Nachfolger als Kursleiter. Dieser Wechsel hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Das Festival wurde weiter vergrößert, und seine im Laufe von zehn Jahren gewachsene Struktur, die sich durch Effizienz und Flexibilität bewährt hat, konnte sich organisch weiterentwickeln. Das Kursteam von Eduardo Fernandez (Uruguay) bestand zeitweise aus den Dozenten Patricio Zeoli (Irland), Leon Frijns (Niederlande), Janez Gregoric (Österreich) und Rene Toriello (Guatemala).
Ab 2018 wird das Festival von dem international renommierten Konzertgittaristen Lorenzo Micheli geleitet und unter dem offiziellen Namen "Gitarre und Natur" weitergeführt.


Example content image: left-align Abel Carlevaro (1916-2001) gilt zu Recht als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Evolution der zeitgenössischen Gitarre. Als Komponist, Solist, Lehrer und Forscher hat er ein wahrlich außergewöhnliches Lebenswerk hinterlassen, das einen unschätzbaren Beitrag zum gesamten Aufwertungsprozess der Gitarre in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellt. Bereits in seiner Jugend hatte er das Glück, lange und intensive Beziehungen zu Mentoren wie Andres Segovia und Heitor Villa-Lobos knüpfen zu können, aus denen er die notwendige Erfahrung und den Mut schöpfte, um seinen eigenenmusikalischen Weg zu gehen. Dieser Weg machte ihn schließlich zu einer nicht mehr wegzudenkenden Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zu einem Vermittler und Erläuterer der Werte einer früheren (und entscheidenden) Generation, zu der er selbst noch gehörte, an die jüngeren Musiker von heute. Er unternahm zahlreiche Konzertreisen in aller Herren Länder und vereinte die Rollen des Komponisten und Interpreten auf überzeugende underfolgreiche Weise. Carlevaros Untersuchungen zu den Grundlagen der Gitarrentechnik haben entscheidend zur Neudefinition der Didaktik des Gitarrespiels beigetragen und eröffnen neue Perspektiven für das Instrument und sein Repertoire. Nicht nur in seiner Heimat Uruguay, sondern auch in Erlbach und an zahlreichen anderen Orten auf der ganzen Welt übte Carlevaro einen überaus konstruktiven und ermutigenden Einfluss auf die heutige Generation der Gitarristen aus.